Allgemeine Informationen über die Geschichte der örtlichen Alpinistik mit besonderem Bezug auf die historischen Aufstiege und auf die "ersten Wege".

1856, während einer der englischen Mode des "Grand Tour" entsprechend abenteuerlichen Reise, entdeckten zwei englische Freunde, Josiah Gilbert (1814-1892) und George Cheetman Churchill (1822-1906) die Dolomiten. Sie kehrten dann zurück und zwischen 1860 und 1863 durchforschten sie die ganzen Dolomiten, ohne allerdings in die echte Alpinistik oder in Abstiege der Spitzen zu wagen. Sie ließen ihre Erinnerungen und Gefühle im sehr bekannten Buch "The Dolomites Moutains" nieder, welches 1864 veröffentlicht wurde. Es wurde bald zum klassischen und unverzichtbaren Werk für alle, welche die Dolomiten näher kennen lernen wollten. Gilbert, der zugleich ein begabter Maler war, illustrierte das Werk mit sehr schönen Zeichnungen. Die italienische Version dieses Werks wurde erst 1872 von der CAI- Sektion von Fiume veröffentlicht.
1872 besuchte die englische Schriftstellerin Amelia Ann Blandford Edwards (1831-1892) die Östlichen Dolomiten und schrieb ein wunderbares Werk, "Untrodden Peaks and Unfrequented Valley" (1873), dessen italienische Übersetzung "Cime inviolate e valli sconosciute" betitelt, 1985 vom Verlag Nuovi Sentieri in Belluno veröffentlicht wurde.
1857 erstieg der wichtige englische Pionier John Ball (1818-1889) zum ersten Mal den Pelmo, und mit diesem Unternehmen leitete er die Epoche der Alpinistik in den Östlichen Dolomiten ein.
Paul Grohmann (1838-1908) aus Wien ist eine wichtige Figur gewesen; Er war nur 24 als er im 1862 in Cortina d'Ampezzo ankam und, wie Antonio Berti über ihn schrieb, "...den echten Anfang der Alpinistik in diesen Bergen machte". 1877 veröffentlichte er sein Wunderwerk "Wanderungen in den Dolomiten", welches im 1982 mit dem Titel "La scoperta delle Dolomiti" vom Verlag Nuovi Sentieri auf italienisch veröffentlicht wurd.. Zwischen 1862 und 1865 widmete er sich besonders den Bergen von Cadore, Fassa und Ampezzano: Er erkletterte zahlreiche Gipfel, wie die Marmolada im Jahre 1865, mit den Bergführern aus Cortina Angelo (1818-1880) und Fulgenzio Dimai (1821-1940). Im August 1863 erstieg Grohmann die bis her unerforschte Tofana di Mezzo mit dem schon 68 jährigen Bergführer aus Cortina Francesco Lacedelli (1795-1886), Checo da Melères genannt. Danach erkletterte er noch mal den Pelmo und erreichte die Spitze des Antelao. Einige Historiker schrieben ihm den ersten Aufstieg des Antelao zu, während andere behaupteten, der Pelmo wäre vorher von Matteo Ossi, einem Gemsenjäger aus San Vito di Cadore schon erklettert worden. 1864 erreichte Grohmann die Tofana di Ròzes mit dem treuen Bergführer Francesco Lacedelli (69 Jahre alt), mit Angelo Dimai und Santo Siorpaés (1832-1900), der nach dieser ersten Erfahrung als Bergführer eine der bedeutendesten Figuren der Dolomiten wurde.
Immer im Jahre 1864 erstieg Grohmann als erster auch den Sorapìss mit Francesco Lacedelli. 1865 erreichte er den Cristallo und die Tofàna di Dentro, versuchte dann, die Croda Rossa d'Ampezzo zu erklettern, aber er hielt einige Meter vor der Spitze wegen der Opposition der zwei Jäger, die ihn begleiteten. In Wirklichkeit schrieb der Baron von Wulfen, welcher zahlreiche Gipfel in den Steineralpen und auch den Monte Lungo di Bràies erklettert hatte, dass er 1794 "den Geist, den höchsten Berg der Alpen von Bràies erreicht hätte...". Dies ließ an die Croda Rossa d'Ampezzo denken, was sich aber als sehr unwahrscheinlich wegen der großen Schwierigkeiten jener Zeit herausstellte. Der kühne Baron hatte wahrscheinlich den Gipfel der Piccola Croda Rossa erreicht, welcher viel einfacher war. Die Croda Rossa d'Ampezzo wurde nachher sicherlich 1870 vom Engländer Edward Robson Whitwel (1843-1922) mit den Bergführern Christian Launer (1826-1891) und Santo Siorpaés erklettert.

 
 

Seit den 40er Jahren entwickelte sich in der Gruppe der Croda Rossa (vor allem auf Spalti di Col Becchèi und auf dem Taburlo, aber zugleich auf der Torre del Signore) jene Sportalpinistik, welche zur Eröffnung sehr schwierigen Wege führte.

Die Gruppe Gruppo di Fànis in den Östlichen Dolomiten blieb bis Ende von 1800 unerklettert, bis sie von Viktor Wolf von Glanvell (1871-1905), Ghünter von Saar (1878-1918) und Karl Doménigg (1867-1950) entdeckt wurde, als sie systematisch fast alle Gipfel erstiegen. Man sagt, dass Glanvell auf dem Monte Sella di Sénnes die Entdeckung der Dolomiten und seine Berufung sozusagen taufte. In dieser Gruppe eroberten sie 1897 Cima Fànis Sud, 2980M (Glanvell und Appenbichler); 1898 Lagazuòi Nord, 2804M (Glanvell uns Saar), Torre Fànis, 2922M durch eine denkwürdige Ersteigung (Glanvell und Saar), und Cima Fànis di Mezzo, 2889M (Glanvell und Saar). 1899 den Piccolo Lagazuòi, 2778M (Glanvell, Doménigg und Stopper), Cime di Fùrcia Rossa I, II, III (Glanvell, Doménigg und Stopper), Monte Cavallo, 2912 M (Glanvell und Saar). 1900 kehrten sie zurück und erstiegen Lagazoi di Mezzo, 2750M (Glanvell, Doménigg, Saar und Sehrig), Monte Vallon Bianco, 2687M (Glanvell und Saar), Monte Casole, 2894 M (Glanvell, Doménigg und Stopper). Die echten Kletterschwierigkeiten dieser Gruppe sind auf den 40er Jahren mit den beeindruckenden Ersteigungen der Torre Fànis, Cima Scotóni, Torre del Lago usw. zurückzuführen.

Die Cinque Torri d'Averàu, ein kleiner Reich von kühnen Nadeln, sind seit immer die besuchtesten der ganzen Gruppe des Nuvolàu. Schon 1880 erstieg C.G. Wall mit dem Bergführer aus Cortina G.Ghedina die nördliche spitze (Cima Nord) della Torre Grande, während die südliche 1892 von L. Treptow mit dem bedeutenden Bergführer aus dem Tal Val Pusteria Sepp Innerkofler (1865-1915) erreicht wurde. Die Torre Inglese (oder Quinta genannt) wurde i1901 von G.W. Wyatt mit den einheimischen Bergführern Menardi und Maioni erklettert. Die übrigen Torri (Romana, del Barancio und Lusy, mit dem Bergführer Z. Pampanin und die Quarta mit A. Dibona) wurden zwischen 1911 und 1914 erstiegen. Der höchste Gipfel der ganzen Gruppe, Monte Averàu (oder Nuvolàu Alto), wurde zum ersten Mal im Jahre 1874 vom berühmten Bergführer aus Cortina Santo Siorpaés mit R. Issler erstiegen. Der erste moderne Weg wurde in viel nahliegenden Zeiten von den Bergführern aus Cortina A. Maioni und A. Gaspari mit den Schwestern Schmitt auf La Guséla (auch Monte Guséla oder Nuvolàu Sud genannt), 2595M angelegt.

In der Gruppe von Croda da Lago erwecken Becco di Mezzodí, 2603M und Croda da Lago, 2701M das größte alpinistische Interesse. Der Becco di Mezzodí wurde 1872 vom Bergführer aus Cortina Santo Siorpàes mit dem Engländer Utterson Kelso erstiegen. Die Cima Ambrizzòla (damals auch als Cima di Formin bekannt), 2715M, wurde 1878 von den Bergführern Angelo und Pietro Dimai mit P. Fröschels und F. Siberstein erreicht. Es ist allerdings die Croda da Lago, mit ihrer außergewöhnlichen Form und ihrer anmutigen Eleganz, die seit immer einen großen Reiz ausübt. Die erste Ersteigung erfolgte 1884 dem berühmten Bergführer aus dem Tal Val Pusteria Michele Innerkofler (1848-1888) mit dem ungarischen Baron Roland von Eötvös. Die modernen, d.h. sehr schwierigen Wege wurden in den 40er Jahren in dieser Gruppe angelegt.

Wie oben gesagt worden ist, wurde der Monte Pelmo, 3168M von dem Engländer John Ball 1857 erklettert ( 1858 wurde Ball der erste Vorsitzender des ersten Alpenvereins der Welt, nämlich der eindrucksvolle Alpine Club). Der Pelmetto, 2992-2981M, ein weiterer Koloss, welcher dem Berg das Aussehen eines unerreichbaren Felsenblocks verleiht, wurde erst 1896 von den Bergführern Clemente Callegari, "Battistrada" genannt, (1838-1917) und Angelo Panciera, "Mago" genannt, mit Francesco Spada erreicht. Der 1924 auf den nördlichen Gipfeln des Pelmo von Felix Simon und Roland Rossi eröffnete Weg mit Schwierigkeiten, die das VI Grad streifen, spielt, historisch gesehen, eine sehr wichtige Rolle, weil er den Übergang vom klassischen Klettern zu einer sportlicheren Auffassung der Alpinistik darstellte.

 
   

       
 

Der Civetta (auch Monte Civetta genannt), 3220M wird zu Recht als die "Universität der Alpinistik", "Wand der Wände" und "Regno del Sesto Grado,d.h. Reich des VI Grades", bezeichnet. Das genaue Jahr seiner ersten Ersteigung ist historisch unbekannt. Bekannt ist nur, dass zwischen 1855 und 1865 der Gemsejäger Simeone De Silvestro (1833-1905) aus Pécol di Zoldo, besser bekannt als Piovanèl, die Hauptspitze erreichte, sehr wahrscheinlich indem er eine Beute verfolgte. Erst 1867 wurde der Civetta zu alpinistischen Zwecken erstiegen: erst mal von dem Engländer Francis Fox Tuckett (1834-1913), mit den Schweizer Bergführern Melchior (1827-1914) und Jakobs Anderegg, nachher von Paul Grohmann, von Piovanèl begleitet. Der erste Weg, welcher die gefährliche nord-westliche und etwa 1000M hohe Wand direkt betrifft, wurde 1895 von den Engländern John Swinnerton Phillmore (1873-?) und Arthur Guy Raynor (1863-1935) eröffnet,und deswegen "Weg der Engländer" genannt. Bei diesem Unternehmen waren sie von den Bergführern Antonio Dimai (1866-1948) und Giovanni Siorpaés (1869-1909), dem Sohn des berühmten Santo begleitet. Cesare Tomé (1844-1922), großer Pionier aus Agordo, entdeckte 1906 einen weiteren Weg auf der nord-westlichen Wand des Civetta, welcher logischer und direkter als jener der Engländer war. Mit ihm war der Bergführer Santo De Toni (1849-1926) und Donato Dal Buos. Allerdings wurde der logischste "tropfenförmige" Weg zur Spitze 1925 vom Bayrischen Emil Solleder (1899-1931) eröffnet, als er mit dem Reisegefährten Gustav Lettenbauer am 7. August den berühmten "direkten Weg" anlegte und dabei die Türe der sogenannten Ära des VI Grades in den Dolomiten und in der Welt überhaupt eröffnete. Einzelne Strecken von solchen Schwierigkeiten waren höchst wahrscheinlich vorher schon überschritten worden, aber sicherlich nie auf einem so langen und komplizierten Weg. Es folgte dann ein, dank solchem erfolgreichem Unternehmen goldenes Jahrzehnt auch für die italienische Alpinistik. Namen aus Belluno wie Tissi, Andrich, Rudatis, Bianchet, Zancristoforo, Faé, Bortoli, Parizzi, Zanetti, Ghelli traten in Vordergrund, sowie die etwas älteren Comici, Benedetti, Carlesso, Gilberti, Videsott, Soldà, Menti, Sandri, Castiglioni, Cassin, Ratti und Dell'Oro. All diese Leute können als "Herren der Alpinistik" betrachtet werden, da sie eine unvergängliche Spur in der Geschichte der Dolomiten hinterlassen haben. Danach wurde die Klettertechnik schauklerisch- sportlich, eine Technik, die auf den magischen und großartigen Wänden des Civetta zur höchsten Phantasie und Entwicklung gelangte...

Die Moiazza ist ein holperiger Bergkomplex sehr nah am Civetta. In der Alpenteilung bildet sie eine Untergruppe des Civetta, ihres Mutters, von dem sie durch die Forcella delle Sasse getrennt ist, welche in fernliegenden Zeiten von Hintern und Jägern durchquert wurde. Die Klettergeschichte fing 1885 an, mit dem Unternehmen einiger von unbekannten Einheimischen begleiteten Topographen, welche die Moiazzetta und die Moiazza erreichten, heute als Cima della Moiazzetta della Grava, 2727M und Moiazza Nord, 2865-2870M bekannt. Großer Pionier dieser Berge ist Cesare Tomé (1844-1922) aus Agordo, der 1893 sein Unternehmen anfing, als er den Corno di Framónt, 2186M mit dem Bergführer Pietro Conedera erstieg. 1893 widmete er der Moiazza eine intensive Kletter- und Forschungstätigkeit in der Begleitung vom Bergführer Eugenio Conedera "Beca" und von Luigi Farenzena. Jenes Jahr erreichte Tomé den höchsten Gipfel: Moiazza Sud und Cima delle Sasse, beide 2878M hoch (einziger bekannter Fall von zwei zu derselben Gruppe gehörenden Gipfeln, die genau so hoch sind, auch wenn ziemlich weit voneinander liegend. 1900 wurde die Moiazza von Lothar Patéra aus Wien (1867-1931) erstiegen, der erstaunlicherweise nur drei Stunden von der Hütte Casèra Moiazza, 1758M brauchte. Arturo Andreoletti (1884-1977) ist ein weiterer Pionier der Moiazza gewesen, weil er dem nördlichen Teil des Agner und der Moiazza im Jahre 1913 verschiedene Kletterunternehmen widmete. Weitere erfolgreiche Kletterer sind die Brüder aus Belluno Gianangelo und Tito Sperti mit Francesco "Checo" Zanetti 1923 und die Brüder Valentino und Giovanni Angelini mit Franco Vienna 1928. Die moderne Ära der Alpinistik wurde 1936 von Alfonso Vinci, Paolo Riva und Camillo Giumelli in der Gruppe der Moiazza, bzw. auf der westlichen Wand der Castello delle Nevère, 2599M eingeleitet, als sie einen Weg vom VI Grad mit 19 Stunden eigentlichen Kletterns eröffneten... .

Die Klettergeschichte der Gruppe San Sebastiano- Tàmer kann nicht genau rekonstruiert werden, weil die ziemlich einfache Struktur dieses Komplexes annehmen lässt, dass einige wichtigen Gipfel schon vor der Geburt der Alpinistik von Gemsenjägern erreicht worden sein könnten, auch wenn das sich nicht mit völliger Sicherheit behaupten lässt. Die ersten Kletterer sind zweifellos von Einheimischen begleitete Topographen gewesen. 1885 erstieg der Topograph A. Betti den Monte Tàmer, 2547M (nachher Tàmer Grande genannt) und den Monte Castello, 2499M (nachher Castello di Moschesìn genannt). Die Spitzen des San Sebastiano wurden 1888 von anderen Topographen erreicht. 1893 erreichte der Bergführer aus Zoldo Rinaldo Pasqualini die Cima della Gerdesana, 2446M. Diese wurde 1892 auch von Cesare Tomé aus Agordo zusammen mit berühmten Bergsteigern wie Jeanne Immink, Demeter Diamantidi und Eugen Zanden und den Bergführern Eugenio Conedera, Tomaso Da Col, Michele Bettega und Giuseppe Zecchini, welche die Gruppe auf dem Tàmer Piccolo, 2550M, dem höchsten Berg der ganzen Gruppe führten. Weitere Forschungen wurden 1899 von Alfred von Radio- Radiis und in den Jahren 1907-1910-1913 von Arturo Andreoletti mit dem Bergführer Serafino Parissenti betrieben. Der Sasso di Càleda, 2132M, trotz seiner bescheidenen Höhe, stellt mit seinen überhängenden Wänden den Anbruch des VI Grades in der Gruppe dar. Die Protagonisten dieses Unternehmens waren Franco Contini und Umberto Benvegnù, die 1961 die sud-westliche Ecke eroberten. Dies beweist, dass die anscheinende Bescheidenheit einer Bergkette in den Dolomiten nie täuschen sollte, sie könnte nämlich Überraschungen ohne Ende bereiten...

Der S'ciara de Oro, d.h. der Schiàra ist der schönste Berg der Mulde um Belluno. Nach dem Hauptgipfel (Schiàra, 2565M) wird die ganze Gruppe genannt, dieser wurde zum ersten Mal 1878 von Cesare Tomé aus Agordo erreicht. Dabei war er vom deutschen Bergsteiger Gottfried Merzbacher, vom großen Bergführer Santo Siorpaés und von einem in Pian dei Gat engagierten einheimischen Jäger begleitet, der leider unbekannt blieb, aber als echter Protagonist dieses erfolgreichen Unternehmens betrachtet werden kann, da er der einzige war, der den Weg zum Abstieg kannte. Allerdings handelte es sich fast sicherlich nicht um die erste Ersteigung; Die Spitze sollte nämlich vorher von Jägern schon erreicht worden sein, wie die Auffindung einer Gemsgerippe bei der Spitze des Schiàra beweist. Der größte Vorzug dieses Bergs ist das unendliche Panorama, das man auf der Spitze genießen kann, und worüber Merzbacher sagte: "...sicherlich der entzückendste, abwechselungsreichste und großartigste Berg der ganzen Dolomiten." Der erste moderne "Erforscher" der Schiàra ist Antonio Berti (1882-1956) gewesen, der 1909 die erste Überfahrt von Süden nach Norden mit Maria und Gino Carugati aus Mailand durchführte. Der zweite war Artuto Andreoletti (1883-1977), einer der besten Bergsteiger jener Zeit, der den Schiàra völlig durchsuchte und eine systematische Monographie darüber veröffentlichte, mit dem Titel "La sinistra del Canale di Agordo" (La Rivista Mensile del CAI, Nr.4, 1914), später wiederaufgenommen in dem "Guida Sperti"(Reiseführer Sperti) vom 1928. Andreolettis bedeutendstes Unternehmen ist die Ersteigung des Gùsela del Vescovà im Jahre 1913 gewesen ( 1909 hatte er dieses Unternehmen mit einer Truppe Alpenjäger schon versucht). Dieses Unternehmen, in dem Andreoletti vom berühmten Bergführer Francesco Jori aus Fassa und vom Alpenjäger Giuseppe Pasquali aus Falcade begleitet wurde, stellte den Anfang der sogenannten "modernen akrobatischen Alpinistik" dar. Bemerkenswert als ständiger Besucher der Gruppe des Schiàra sind Francesco Terribile (1884-1977), seit 1919 Vorsitzender der Abteilung in Belluno vom CAI und die Jäger Eugenio da Rold "Genio Pol" genannt (1891-1980) und Gioacchino "Chino" Viel (1893-1973).
1920 wurde die großartige südliche Wand des Schiàra vom Alpenjägeroberleutnant Luigi Zacchi mit dem Alpenjäger Giovanni Olivotto durch einen ziemlich komplizierten Weg erklettert, welcher im selben Jahr von Gianangelo Sperti mit "Chino" Viel verbessert wurde. Danach wurde der Schiàra eine kühne Kletterschule für sehr gute Erforscher und Bergsteiger wie die Brüder Valentino und Giovanni Angelini, Silvio Sperti, Francesco Zanetti und Attilio Zancristoforo. Auf diesen Felszacken fing mit 17 der Schriftsteller Dino Buzzati (1906-1972) sein Kletterleben an.

Von Italo Zandonella Callegher